Domschatz
Der Merseburger Domschatz ist im östlich der Klausur gelegenen Kapitelhaus des Doms St. Johannes und Laurentius für Besucher zu bewundern. Erste Erwähnung fand das Kapitelhaus im 14. Jahrhundert als Heinrich I. dort seinen Eid ablegte, doch lässt seine bauliche Substanz bereits Rückschlüsse auf die Erbauung im 12. Jahrhundert zu.
Das Kapitelhaus beherbergte das Archiv, die Bibliothek und die Verwaltungsräume. Unter mehrfachen Umbauten war das Kapitelhaus bis ins 20. Jahrhundert hinein Verwaltungs- und Repräsentationsgebäude des Merseburger Domkapitels und gilt noch heute nach der Restaurierung von 2003 bis 2006 mit seinem Wappensaal als eines der schönsten spätgotischen Gebäude Deutschlands.
Im Erdgeschoss befinden sich heute die herausragenden Stücke des Merseburger Domschatzes, wie die Merseburger Zaubersprüche aus dem 10. Jahrhundert, ein romanischer Tragaltar, ein Elfenbeinkästchen aus dem 13. Jahrhundert sowie die abgeschlagene Hand Rudolfs von Schwaben, dem Gegenkönig Heinrichs IV.
Im ersten Geschoss des Kapitelhauses sind die für die Öffentlichkeit zugänglichen Bestände des Merseburger Domstiftsarchivs und der Domstiftsbibliothek untergebracht.
Abgerundet wird der Streifzug durch die Bestände des Merseburger Domschatzes durch den an das Kapitelhaus angeschlossenen barocken Terrassengarten, welcher dem Besucher einen schönen Blick auf die romanische Neumarktskirche und die Saalelandschaft bietet.